Qualitätssicherung in der Kindertagespflege

Viele Eltern fragen sich zu Recht, ob eine Kindertagespflege qualitativ mit einer Betreuung in der Kita vergleichbar ist. Diese Frage ist absolut berechtigt – schließlich geht es um das Wertvollste, was sie uns anvertrauen: ihr Kind. Die Antwort darauf ist klar:

Kindertagespflege ist keine ungeregelte Betreuungsform, sondern eine fachlich begleitete, streng überprüfte und qualitativ abgesicherte Tätigkeit, die hohen Anforderungen unterliegt.

Wie wird man überhaupt Tagesmutter?

Der Weg zur Tagesmutter bzw. zum Tagesvater ist umfangreich und beginnt lange vor der eigentlichen Betreuung von Kindern.
Zu Beginn steht ein verpflichtender Grundkurs, der sich über mehrere Wochenenden erstreckt. In diesem werden unter anderem folgende Inhalte vermittelt:
- rechtliche Grundlagen der Kindertagespflege
- Entwicklungspsychologie von Kindern
- pädagogische Grundlagen
- Kinderschutz
- Gestaltung des Alltags in der Kindertagespflege
Im Anschluss wird eine pädagogische Konzeption erstellt. Diese beschreibt detailliert:
- wie die Kindertagespflege geplant und strukturiert ist
- welche pädagogischen Ziele verfolgt werden
- wie Förderung, Alltag und Betreuung gestaltet sind
- welche Werte und Haltung die Arbeit prägen
Diese Konzeption bildet eine wichtige Grundlage für die Erteilung der Pflegeerlaubnis und für die tägliche Arbeit mit den Kindern.

Sicherheit hat oberste Priorität

Um eine Pflegeerlaubnis zu erhalten, müssen umfangreiche Sicherheits- und Eignungsvoraussetzungen erfüllt werden. Diese dienen ausschließlich dem Schutz und dem Wohl der Kinder.
Dazu gehören unter anderem:
- ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, nicht nur für die Tagespflegeperson selbst, sondern für alle im Haushalt lebenden Personen über 18 Jahre
- ein Gesundheitszeugnis, das ebenfalls nicht nur die Betreuungsperson, sondern auch den im Haushalt lebenden Ehe- oder Lebenspartner betrifft
Durch diese Regelungen soll sichergestellt werden, dass keine gesundheitlichen Einschränkungen oder beispielsweise Suchterkrankungen im direkten Umfeld der Kindertagespflege bestehen, die eine mögliche Gefahr für die Kinder darstellen könnten.
So wird gewährleistet, dass Kinder sich in einer stabilen, sicheren und verantwortungsvollen Umgebung aufhalten

Fortbildungen und Erste Hilfe – verpflichtend und regelmäßig

Qualität bedeutet auch, fachlich auf dem aktuellen Stand zu bleiben.
Tagespflegepersonen sind daher verpflichtet, jährlich rund 26 Unterrichtseinheiten an Fortbildungen zu absolvieren, davon mindestens acht Unterrichtseinheiten in Präsenz.
Zusätzlich gilt:
- der Erste-Hilfe-Kurs am Kind muss alle zwei Jahre erneuert werden
- dieser Erste-Hilfe-Kurs ist bereits Voraussetzung für die Erteilung der Pflegeerlaubnis
So ist sichergestellt, dass Tagespflegepersonen sowohl pädagogisch als auch in Notfallsituationen gut vorbereitet sind.

Die Pflegeerlaubnis – zeitlich begrenzt und überprüft

Die Pflegeerlaubnis wird nicht dauerhaft, sondern zeitlich begrenzt erteilt und muss alle fünf Jahre vollständig neu beantragt werden.
Im Rahmen dieser Neubeantragung werden alle Voraussetzungen erneut überprüft – fachlich, räumlich und persönlich.

Regelmäßige Kontrollen durch das Jugendamt

Ein zentraler Bestandteil der Qualitätssicherung sind die regelmäßigen Überprüfungen durch das Jugendamt, die in der Regel zweimal jährlich stattfinden.

Diese bestehen aus:
- einem angekündigten Termin, bei dem
die Räumlichkeiten auf Sicherheit überprüft werden
z. B. Erste-Hilfe-Ausstattung, Stolper- und Verletzungsgefahren kontrolliert werden
Gespräche über Konzept, Werte und pädagogische Ausrichtung geführt werden
- einem unangekündigten Besuch, der einen realistischen Einblick in den Betreuungsalltag ermöglicht
Diese Überprüfungen dienen der kontinuierlichen Sicherung von Qualität, Sicherheit und dem Wohlbefinden der betreuten Kinder.

Enge Zusammenarbeit mit dem Fachdienst

Ein weiterer wichtiger Baustein der Qualitätssicherung ist die enge und regelmäßige Zusammenarbeit mit dem zuständigen Fachdienst.
Der Fachdienst:
- begleitet die Kindertagespflege fachlich
- steht beratend zur Seite
- ist Ansprechpartner für Tagespflegepersonen und Eltern
- sorgt für Transparenz und Qualität
So entsteht ein verlässliches Netzwerk, das Sicherheit und Vertrauen für alle Beteiligten schafft.
- Qualität, die man spürt
- Qualitätssicherung in der Kindertagespflege bedeutet:
- klare gesetzliche Vorgaben
- regelmäßige Weiterbildung
- intensive fachliche Begleitung
- transparente und wiederkehrende Kontrollen
Vor allem aber bedeutet sie eine Betreuung, die verantwortungsvoll, reflektiert und mit hoher fachlicher Qualität umgesetzt wird.

Abschließender Vertrauenssatz

Eltern dürfen darauf vertrauen, dass ihr Kind in der Kindertagespflege nicht nur liebevoll, sondern auch fachlich fundiert, sicher und qualitätsgesichert betreut wird – in einem Rahmen, der dem Wohl des Kindes jederzeit höchste Priorität einräumt.


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